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Cyber-Versicherung: Lohnt sie sich wirklich für KMU?

Eine Cyber-Versicherung kann für Schweizer KMU ein finanzielles Sicherheitsnetz bei IT-Schäden bieten, ersetzt aber keine internen Sicherheitsmassnahmen. Bevor man sie in Betracht zieht, ist es unerlässlich, Prävention, Schulung, Backups und aktuelle Tools umzusetzen. Nur mit einer soliden Grundlage wird die Police als Ergänzung sinnvoll
e4yeasy4you5 Min. Lesezeit
Cyber-Versicherung

Die Cyber-Versicherung ist ein Thema, das in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit gewinnt, auch bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz. Die Digitalisierung hat für KMU in der Schweiz enorme Chancen eröffnet, gleichzeitig aber auch die Risiken im Bereich der IT-Sicherheit erhöht. Ransomware-Angriffe, Datendiebstahl, Phishing und Verletzungen von IT-Systemen sind an der Tagesordnung und treffen neben grossen multinationalen Konzernen auch lokale Unternehmen. In diesem Zusammenhang hört man immer öfter von Cyber-Versicherungen, also Policen, die Schäden aus IT-Vorfällen abdecken. Aber lohnt es sich für Schweizer KMU wirklich, eine solche Lösung abzuschliessen?

Warum die Cyber-Versicherung zu einem zentralen Thema geworden ist

In den letzten Jahren hat die Schweiz einen deutlichen Anstieg von Cyberangriffen auf Unternehmen verzeichnet. Laut den Berichten von MELANI (heute NCSC) steigt die Zahl der gemeldeten Vorfälle jedes Jahr, und immer mehr Unternehmen müssen mit Betriebsunterbrüchen oder finanziellen Verlusten durch digitale Angriffe umgehen.

Gleichzeitig machen das neue Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG), das 2023 in Kraft getreten ist, und die europäische DSGVO Unternehmen für den Umgang mit Kundendaten verantwortlich. Die Sanktionen bei Nichteinhaltung dieser Pflichten können auch für ein KMU erheblich sein.

In diesem Umfeld wird die Cyber-Versicherung als eine Form des finanziellen Schutzes angeboten, um die wirtschaftlichen Folgen eines Cyberangriffs zu verringern.

Was eine Cyber-Versicherung abdeckt

Eine Cyber-Versicherung kann verschiedene Leistungen umfassen, darunter:

  • Direkte Schäden: Kosten für die Wiederherstellung der IT-Systeme, Datenwiederherstellung, Betriebsunterbrüche.
  • Indirekte Schäden: Umsatzverlust durch Ausfallzeiten oder Betriebsprobleme.
  • Haftung gegenüber Dritten: Entschädigungen an Kunden oder Partner wegen Verlust oder unbefugter Weitergabe ihrer Daten.
  • Rechtskosten: Rechtsberatung im Streitfall.
  • Krisenmanagement: Unterstützung bei Kommunikation, PR und Wiederherstellung des Unternehmensrufs.

Nicht alle Policen sind gleich: Es ist wichtig, genau zu prüfen, was eingeschlossen ist und welche Ausschlüsse den Versicherungsschutz einschränken können.

Die Grenzen der Cyber-Versicherung

Sich allein auf eine Police zu verlassen, reicht nicht aus. Viele Verträge setzen voraus, dass das Unternehmen minimale IT-Sicherheitsmassnahmen umsetzt, wie aktuelle Firewalls, regelmässige Backups und Schulung der Mitarbeitenden. Fehlen diese Voraussetzungen, besteht das Risiko, dass die Versicherung den entstandenen Schaden nicht übernimmt.

Zudem decken manche Policen Angriffe «staatlicher» Natur oder solche, die durch grobe Fahrlässigkeit verursacht wurden, nicht ab. Das bedeutet, dass die Cyber-Versicherung in keiner Weise einen soliden internen Cybersecurity-Plan ersetzt.

Checkliste: Ist dein Unternehmen bereit für eine Cyber-Versicherung?

Bevor du eine Police prüfst, kontrolliere, ob dein KMU diese Massnahmen bereits umgesetzt hat:

  • Aktiver Basisschutz: Firewall, Antivirus und regelmässige Updates.
  • Sichere und getestete Backups: Daten in mehreren Kopien gespeichert, auch off-site oder in der Cloud.
  • Zugriffsverwaltung: Mehrfaktor-Authentifizierung und differenzierte Berechtigungen.
  • Schulung der Mitarbeitenden: regelmässige Kurse zu Phishing, sicheren Passwörtern und digitalen Best Practices.
  • Notfallverfahren: ein Plan, um bei einem Angriff schnell zu reagieren.
  • Bewertung der IT-Risiken: interne Analyse oder mit Unterstützung eines Partners wie easy4you.
  • Rechtliche Konformität: Einhaltung von DSG und DSGVO zum Schutz der Daten.

Wenn die Mehrheit dieser Punkte mit NEIN beantwortet wird, liegt die Priorität bei der Investition in Prävention. Erst danach ist es sinnvoll, den Abschluss einer Cyber-Versicherung in Betracht zu ziehen

Lohnt sie sich für Schweizer KMU?

Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Tätigkeitsbereich: Ein E-Commerce, der Tausende sensibler Daten verwaltet, hat ein grösseres Risiko als ein lokales Kleinstunternehmen.
  • Budget: Die Policen kosten je nach Unternehmensgrösse und gewünschtem Deckungsniveau unterschiedlich viel.
  • Digitale Reife: Je digitalisierter ein Unternehmen ist, desto grösser ist der Schutzbedarf.

Für viele KMU kann die Cyber-Versicherung ein finanzielles Sicherheitsnetz darstellen, sollte aber nicht als Hauptlösung betrachtet werden. An erster Stelle steht die Prävention: Schulung des Personals, Einführung sicherer Software, Backups und laufendes Monitoring.

Die Rolle des DSG

In der Schweiz haben Unternehmen mit dem Inkrafttreten des neuen Bundesgesetzes über den Datenschutz (DSG) im Jahr 2023 klare Pflichten beim Umgang mit und Schutz von Personendaten. Verstösse können Bussen bis zu CHF 250'000 nach sich ziehen. Das macht die Bedeutung der Prävention und, in bestimmten Fällen, einer Versicherungspolice, die auch Rechtskosten abdeckt, noch deutlicher.

easy4you: Prävention an erster Stelle

Wir von easy4you sind überzeugt, dass der wirkliche Schutz von KMU bei der digitalen Kultur beginnt. Es nützt nichts, eine Police zu bezahlen, wenn die Mitarbeitenden eine Phishing-E-Mail nicht erkennen oder die Daten nicht angemessen geschützt werden.

Deshalb unterstützen wir Unternehmen bei der Umsetzung von Cybersecurity-Lösungen, von der Wahl sicherer Tools bis zur Schulung der Mitarbeitenden, auch über unsere Online-Sensibilisierungskurse. Erst nachdem eine solide Grundlage geschaffen wurde, ist es sinnvoll, eine Versicherungspolice als zusätzliches Instrument zu prüfen.

Fazit

Die Cyber-Versicherung kann für Schweizer KMU ein wichtiger Partner sein, allein reicht sie aber nicht aus. Sie ist nur dann wirklich wirksam, wenn sie Teil einer umfassenden IT-Sicherheitsstrategie ist, die Schulung des Personals, aktuelle Technologien und strukturierte, sichere Unternehmensprozesse umfasst.

Zuerst in die Prävention zu investieren, mit der Unterstützung spezialisierter Partner wie easy4you, ermöglicht es, die Risiken deutlich zu verringern und sich auch gegenüber Versicherungsgesellschaften solider zu präsentieren. Eine gut gewählte Police wird so zum letzten Baustein eines umfassenden Schutzes, der nach den anderen hinzugefügt wird.

Wenn du die Sicherheit deines Unternehmens beurteilen oder die verfügbaren Lösungen vertiefen möchtest, für eine persönliche Beratung oder besuche unsere Seite zum Datenschutz, um zu erfahren, wie du deine digitale Infrastruktur wirksam schützen kannst.

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